Netzwerken: Der Königinnenweg zum Erfolg

Die Netzwerkexpertin Petra Polk kennt das Um und Auf des Netzwerkens. Sie lebt das, wovon sie spricht durch und durch. „Wusstest du, dass dein Erfolg zu über 55 Prozent davon abhängt, wie gut du vernetzt bist?” fragt sie. Dieser Umstand werde noch von vielen Menschen unglaublich unterschätzt. „Wir investieren viel Zeit und Geld in alles Mögliche, noch ein Online Kurs, noch eine Ausbildung. Aber, Hand aufs Herz: Wie viel Zeit investierst du pro Woche ins Netzwerken?” 

Die Netzwerkaktivitäten sollten mindestens eine Veranstaltung je Woche umfassen. „Das kann alles sein, worauf du Lust hast: Ein Event, ein Netzwerkfrühstück, ein Businessmeeting, ein Kongress, ein Seminar, eine Vernissage, eine Fachtagung, ein Branchentreff, eine Geschäftseröffnung, eine Weihnachtsfeier, ein Sommerfest, eine Geburtstagsfeier. Es gibt so viele Möglichkeiten.”

Petra Polk hält zwei grundlegende Tipps bereit: Erstens Beständigkeit. Ein Event sollte dabei sein, wo man beständig jeden Monat hingeht. Zweitens: „Fische unbedingt auch in anderen Teichen. Das ist ganz wichtig für die Erweiterung deines Netzwerks, damit du deinem Netzwerk wieder Empfehlungen aussprechen kannst”.

Online-Networking ist kein Zeitfresser

Wenn Petra Polk vom Netzwerken spricht, meint sie immer sowohl Offline- als auch Online-Networking. Online-Networking ist keinesfalls ein Zeitfresser. Es wird Tage geben, an denen du weniger Zeit dafür hast. „Ich rate dir dringend, jeden Tag dafür ein kleines Zeitfenster für deine Online-Netzwerke einzubauen. Du musst ja lesen, was man über dich spricht”, erklärt die Gründerin des Netzwerks W.I.N Women in Network. Zumindest alle Markierungen checken sollte drin sein. Der Optimalfall wäre mindestens ein Beitrag täglich, „das kann man wunderbar vorplanen”. 

Das ideale Zeitbudget für das Online-Netzwerken ist in den Augen von Petra Polk mindestens 30 Minuten bis zwei Stunden. Das werde sich zehnfach bezahlt machen. Warum: „Ich selbst bekomme heute etwa 50 Prozent meiner Buchungen über die soziale Medien”, erklärt die Netzwerkexpertin.

Zielgruppen und künftige Kunden versus Kontakte

Ein Fehler, der häufig begangen wird: „Viele denken bei Netzwerkkontakten immer nur an zukünftige Kunden”. Aber, nur ein Beispiel: Solange man in der Presse nicht über dich spricht, wirst du nie als Nummer 1 deiner Branche wahr genommen werden. Und wo lernt man Pressemenschen kennen? Richtig, beim Netzwerken.

Coverstory 10 Jahre WIN Women in Network® - Petra Polk im Interwiev

Über 90 Prozent aller Entscheidungen basieren auf Empfehlungen

Ein Netzwerk hält jedoch so vielfältige, nützliche Kontakte bereit: Interessenten, Multiplikatoren, Kooperationspartner, Empfehlungsgeber, Presse- und Medienkontakte, Veranstalter, Kollegen aus deiner Branche, Freunde und Fans, Institutionen, Vereine, Organisationen, Businessnetzwerke, Mentoren und Berater, Charity-Veranstalter, Lieferanten um nur einige zu nennen.

Je umfassender du vernetzt bist, desto gefragter wirst du als Persönlichkeit in deinem Netzwerk wahrgenommen. Somit bekommt dein eigenes Business automatisch mehr Aufmerksamkeit”, sagt Petra Polk. Was viele Menschen nicht wissen: Über 90 Prozent aller Entscheidungen werden auf Grund von Empfehlungen getroffen.

„Nichts für Egoisten”

Netzwerken ist nichts für Egoisten. So nachvollziehbar es ist, dass man in erster Linie netzwerken will, um persönlich weiter zu kommen … aber, dieser Plan geht nicht auf. „Du knüpfst Kontakte für Dein Netzwerk, nicht für dich”, betont die Netzwerkexpertin Petra Polk. Empfehlungen bekomme nur der, der Empfehlungen ausspricht, und diese könne man nur aussprechen, wenn man täglich dafür sorgt, ein Netzwerk an Kontakten auf- und auszubauen und zu pflegen.

Wer Netzwerkevents bisher mit dem Argument ferngeblieben ist „Da treffe ich nicht meine Zielgruppe“ oder: „Meine Zielgruppe sind Männer. Daher macht es keinen Sinn, zu Events von Frauennetzwerken zu gehen“, liegt völlig falsch.

Der große Unterschied: „Wenn du netzwerkst, um deine Kunden zu treffen, dann ist das Akquise”, klärt Petra Polk auf. „Willst Du Empfehlungen bekommen, dann knüpfe Kontakte jeglicher Art, ohne darüber nachzudenken, wer diesen Kontakt benötigt. Woher solltest du heute wissen, welche Empfehlung dein Netzwerk morgen benötigt oder wen deine Kontakte kennen?”

Der Schlüssel: Wertungsfreie, freudvolle Vernetzung ohne Erwartungen

Brauche ich diesen Kontakt, braucht mein Netzwerk ihn? Man weiß ja nie. Daher macht es Sinn, ganz ohne Wertung Kontakte zu knüpfen. Freude ist ein weiterer Schlüssel: „Nur was du mit Freude und Leichtigkeit machst, wird die Energie zum Fliessen bringen”. Am besten wird Vernetzung integraler Bestandteil des Lebensalltags – schließlich kann man immer und überall Kontakte knüpfen.

Noch ein Hinweis: „Sei großzügig mit dem Aussprechen von Empfehlungen”. Die Basis, um zu wissen, welche Empfehlungen die Kontakte benötigen, ist echtes Interesse, in Kommunikation gehen. Andererseits ist es vollkommen legitim, nach Empfehlungen zu fragen. „Die Lösung liegt im GEBEN. Wer gibt, wird bekommen und sich auch trauen zu fordern”.

Netzwerken ist so viel mehr

Netzwerken bedeutet, Menschen kennen zu lernen, eine Beziehung aufzubauen, Gemeinsamkeiten zu finden, sich auszutauschen, Vertrauen aufzubauen, sich für die Menschen interessieren. Und in der Folge den Kontakt nach dem Kennenlernen pflegen und Empfehlungen aussprechen.

Petra Polk mit Hund Paul

Netzwerken ist aber so viel mehr: Es ist Inspiration, Motivation, Freundschaften schließen, Erfahrungsaustausch und Antworten auf Fragen bekommen, wo andere Netzwerkpartner die Experten dafür sind. Netzwerken ist auch Dienstleister kennen lernen und Spaß und Freude haben.

Wie Netzwerken funktioniert: Unbedingt einen Anker hinterlassen

Wichtig dabei ist, dass dich die Menschen gut kennen lernen, dass du einen Anker bei deinen Gesprächspartnern hinterlässt”, spricht die Netzwerkexpertin Petra Polk aus Erfahrung. „Dafür benötigst du Klarheit über deinen Expertenstatus und deine Zielgruppe. Nur so kannst du deine Botschaft klar kommunizieren”. Und das helfe dabei, dass die Gesprächspartner einen gut kennenlernen und sich merken können, wofür und an wen sie empfehlen werden.

Wie geht Netzwerken konkret? Petra Polk: „Du solltest in deine Netzwerkgespräche immer mit dem Small Talk einsteigen. Finde Gemeinsamkeiten mit deinem Gesprächspartner, denn Gemeinsamkeiten verbinden. Erst wenn die Vertrauensbasis passt, wirst du von deinen Kontakten Empfehlungen bekommen. Aber auch du selbst kannst nur Empfehlungen aussprechen, wenn deine Kontakte Vertrauen in dich aufgebaut haben”.

Welche Ziele verfolgst du?

Es lohnt sich auch, darüber nachzudenken, welche Ziele mit dem Networking verfolgt werden. „Wenn du nicht weißt, ob du von Frankfurt nach Hamburg oder Zürich reisen möchtest, dann wirst du nicht ankommen”, zieht Petra Polk eine Analogie. Ihre Liste ist natürlich jederzeit um persönliche Ziele ergänzbar: Sichtbarkeit, Bekanntheitsgrad erhöhen, Markenbranding, Empfehlungen (Anmerkung: hier sollte man genau definieren, welche), Austausch mit Gleichgesinnten, Freundinnen oder Kooperationspartner, Multiplikatoren finden, Inspiration, Impulse, Wissen erweitern, ...

Ein wichtiger Gedanke in diesem Zusammenhang ist auch: Ziele dürfen sich ändern. „Nimm dir immer wieder Zeit und definiere deine Ziele neu. Denn du veränderst dich, dein Business ändert sich. Somit darfst du auch deine Ziele anpassen”, meint Petra Polk.

Netzwerk-Tipps noch bis Ende des Jahres

Was kann man 2020 noch für sein Netzwerk tun? Eine Möglichkeit ist der 4. Petra Polk PowerdayErfolg ist planbar“. Er findet am 7. und 8. November in Stuttgart statt. Gemeinsam mit 50 Unternehmerinnen aus der gesamten DACH-Region geht es an diesem Strategietag darum, den eigenen Erfolg zu planen.

Weitere Tipps von Petra Polk zum Jahresende: „Bedanke dich jetzt bei deinen drei wichtigsten Empfehlungsgebern mit einem kleinem Präsent. Dabei geht es nicht um den Wert, sondern um die Wertschätzung, denn einmal Empfehlungsgeber, immer wieder Empfehlungsgeber”.

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